Winter-Interview mit dem KFV-Vorsitzenden Eberhard Hoth

Herr Hoth, wie fällt Ihr Fazit zur bisherigen Saison 2025/26 zur Winterpause aus?

Die Saison lief, wie in den meisten Spielzeiten mit Höhen und Tiefen.
Sicherlich war der Rücktritt vom Sportfreund Harald Callies aus persönlichen Gründen ein Schritt, mit dem wir als Vorstand nicht gerechnet haben.
Mit den Gesprächen nach dem Rücktritt konnten wir dann aber dann zufrieden sein. Wir konnten mit dem Sportfreund Ralf Schwarz einen neuen verantwortlichen für das Sportgericht finden und kooptieren. Sicherlich war/ist das Wasser in dem der Sportfreund Schwarz gesprungen ist, sehr kalt und tief aber ich bin mir sicher, dass er sich bald freigeschwommen hat. Aus diesem Grunde bitte ich, alle Verantwortlichen doch um ein wenig Geduld und Verständnis.
Um bei dem Sportgericht zu bleiben, wir haben im ersten Halbjahr über siebzig Urteile die das Sportgericht ausgesprochen hat! Das sind Dimensionen, die wir nicht akzeptieren können und wollen. Hier ist jeder Verein, jeder Sportfreund, ob Trainer, Spieler oder Verantwortlicher gefordert, einen Schritt zurück zu gehen und die sportliche Fairness zu wahren. Ein Shake-Hand, ein kurzes Gespräch oder ein Lächeln, hat noch Niemanden wehgetan und ist zu dem auch viel angenehmer als jede Auseinandersetzung vor Gericht.

Welche sportlichen Entwicklungen im Kreisfußball stimmen Sie aktuell besonders positiv?

Das sportliche und fußballerische Niveau ist meines Erachtens stabil geblieben. Dass wir hier gut aufgestellt sind, sieht man an den beiden Aufsteigern in die Landesklasse. Beide spielen dort eine gute Rolle.
Allerdings ist in der Kreisoberliga die Diskrepanz zwischen dem oberen Drittel und den anderen Mannschaften oft zu groß, was dann in den Ergebnissen zu sehen ist.
Hier überlegen wir ob wir den Spielbetrieb nicht auf eine Kreisoberliga-Staffel umstellen um so ein Niveausprung zu erreichen.
Neben dem höheren Niveau, hat das auch den Nebeneffekt, dass wir wieder einen Kreismeister küren können, Entspannung der Schiedsrichtersituation und zum Schluss haben wir dann den berühmten Tannenbaum wieder, eine Kreisoberliga, zwei Kreisligen und drei Kreisklassen. Nachteil sind natürlich die sehr langen Wege in der Kreisoberliga. Diese Entscheidung können und werden wir natürlich nur mit den Vereinen tätigen.

Was gibt es Neues im KFV, in welchen Bereichen sehen Sie organisatorisch noch Verbesserungsbedarf?

Die Geschäftsstelle in Neubrandenburg haben wir geschlossen. Wir als Vorstand waren und sind der Meinung, dass diese Form veraltet ist und sie auch nicht mehr genutzt wurde. Zum 31.12.2025 haben wir uns auch von unserem Geschäftsführer Klaus-Dieter Röwer in Einvernehmlichkeit getrennt und wollen diese Stelle auch nicht mehr nachbesetzen.
Wir denken, dass die Ausschüsse hier dichter an der Basis sind und schneller reagieren können. Die eingesparten finanziellen Mittel wollen wir dann für die Vereine einsetzen, wie zum Beispiel die nichterhobenen Startgebühren für Nachwuchsmannschaften.

Der Spielbetrieb läuft bis Dato reibungslos. Im Männerbereich ist es relativ geräuschlos, hier und da musste da Mal ein kleineres Problem gelöst werden.
Anders sieht es da schon im Nachwuchsbereich aus. Hier sollten und müssen die Vereine aber auch einige Staffellleiter ein wenig „ruhiger“ werden und auf einander eingehen. Die Lösung könnten hier persönliche Gespräche sein.
Es kann zum Beispiel nicht sein, dass sich zwei Gerichte mit einem C-Jugendspiel auseinandersetzen. Und das in der Kreisklasse. Hier ist dann tatsächlich mein Verständnis aufgebraucht. Ich war und bin schon immer für Kommunikation und diesen Weg werde ich auch weiter bestreiten. Vieles können wir in einem Gespräch klären und es soll sich keiner scheuen das Telefon zu benutzen und mich anzurufen. Des Weiteren bin ich oder auch mit Mitstreiter bereit, zu den Vereinen zu kommen und vor Ort zu sprechen.

Wie bewerten Sie das Auftreten der Mannschaften insgesamt, insbesondere im Hinblick auf Fairplay und den Umgang mit Schiedsrichtern?

Dieses Thema hatten wir tatsächlich in unserer Halbjahrestagung für Schiedsrichter.
Es ist hier ein Geben und Nehmen. Begrüßung, Ordnerbücher und eine rechtzeitige Freigabe des Spielberichts vor dem Spiel sollte eine Selbstverständlichkeit sein.
Ein pünktliches Erscheinen, ein freundliches Auftreten des Schiedsrichters ebenso.
Auch ein Austausch nach dem Spiel sollte, bei allen Emotionen mit beiden Seiten möglich sein. Fehler sind menschlich und da sollte man dann auch einen Schritt zurückgehen können.

Welche Themen stehen für den KFV in den kommenden Monaten besonders im Fokus?

In erster Linie natürlich den weiterhin reibungslosen und wenn möglich geräuschlosen Ablauf der Saison 2025/26. Wir als Vorstand sind in den Vorbereitungen des Verbandstag der am 27.03.2026 stattfinden wird. Die Einladungen werden in den nächsten Tagen verschickt.

Hier wollen wir unseren Weg weiterbestreiten, in einem ständigen Austausch mit den Vereinen, das Niveau auf den Platz sowie neben den Platz zu erhöhen und den Fußball in unserer Region noch attraktiver zu gestalten.